schrittinsneueleben

Ich bin erwachsen. Es gibt kein „wenn alles schief geht, kann ich immer noch zurück zu Mutti ziehen“ mehr. Oder „Weihnachten verbringe ich im Elternhaus“. Es gibt kein altes Zuhause mehr. Kein „hier bin ich groß geworden“-Haus. Alles gelöscht. Und es hat so viel Arbeit und Zeit gekostet. Ganz ehrlich, wenn ihr irgendwann mal an den Punkt kommt, wo ihr euer Elternhaus entrümpeln müsst, dann flüchtet ins Ausland und überlasst irgendwelchen Fachleuten das Ausmisten. Spart am besten jetzt schon darauf. Wir haben ungefähr 80% „Hausinhalt“ verschenkt, auf den Sperrmüll verfrachtet oder – knallhart – weggeworfen.

Ich hasse volle Dachböden, volle Kellerabteile und volle Schränke. Ich hasse Gerümpel. Leute, ihr braucht keine zehn Kochtöpfe, keine dreihundert Gläser und – wichtig – keinen Dekoscheiß, den ihr in Schubladen ansammelt. Bücher sind unnötig. Leiht euch diese aus und kauft euch nur eure Lieblingsbücher (die Anzahl ist auf fünfundzwanzig Stück begrenzt). Oder kauft euch einen eBook Reader, dann dürft ihr euch tausende Bücher anschaffen. Entrümpelt alle fünf Jahre eure Wohnung bzw. euer Haus und alles, was ihr seit fünf Jahren nicht angerührt habt: Gebt es weg. Ihr braucht es nicht. Gegenstände sollten euch nicht besitzen. Am besten brennt ihr alle fünf Jahre eure Wohnungen nieder und fangt wieder von vorne an. Bilder dürft ihr mitnehmen. Das war’s – das reicht auch!

Was ich eigentlich sagen möchte. Seid dankbar für eure Elternhäuser. Seid dankbar, wenn ihr noch jederzeit zurückkehren könnt. Seid dankbar, wenn der Ort eurer Erinnerungen noch existiert. Lernt es zu schätzen. Oder seid dankbar, dass es einen solchen magischen Ort geben durfte. Nehmt die Erinnerung mit und schreibt ab nun eure eigene Geschichte. Mit weniger Gerümpel.


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In der Zeitachse schmökern:


Kommentare ( 7 )

Die letzten drei Wörter bitte ausdrucken, unterstreichen und auf die Stirn kleben!

Mir macht Erwachsenwerden Spaß, bevor das hier jemand falsch versteht. <3

Mone sprach und siegte am 19.05.11 um 21:45 Reply to this comment

Meine Mutter entrümpelt bereits. Sie will nicht, dass wir Ihren “Mist” – das sagt sie – aufräumen müssen nach ihrem Tod.

ChliiTierChnübler sprach und siegte am 19.05.11 um 21:49 Reply to this comment

Musstest du mich daran erinnern!? Ich wollte seit einer ganzen Weile ausmisten. Habe es aber bisher immer erfolgreich verdrängt. Bis jetzt. ;)

David sprach und siegte am 19.05.11 um 22:10 Reply to this comment

Ich habe in meinen Leben bisher zwei Haushaltsauflösungen älterer Verwandter mitgemacht, das war beide Male heftig – was sich doch alles an Gerümpel, Tünnef und Staubfängern über die Jahrzehnte ansammelt.

PropheT sprach und siegte am 19.05.11 um 22:44 Reply to this comment

es tat so gut alles auszumisten. hab nurnoch n rucksack und nen karton bei meiner mutter. ausmisten ftw! :) so wahr der text.

Babel sprach und siegte am 20.05.11 um 06:20 Reply to this comment

Wie recht du hast Mone!

Spanksen sprach und siegte am 23.05.11 um 11:32 Reply to this comment

@ChliiTierChnübler: Wir hatten davor auch schon einiges entrümpelt… aber leider blieb noch genügend übrig. ;)
@David: Tue es, sofort! Danach fühlst du dich frei! :D
@PropheT: “Heftig” trifft es wirklich. :/
@Babel: Einen Rucksack und einen Karton? Ich beneide dich! Wir sind eine Großfamilie… oje, sage ich dir! ;)
@Spanksen: Yepp.

Mone sprach und siegte am 23.05.11 um 18:38 Reply to this comment

Meine Meinung dazu ist...